Was ist GPSoverIP?
GPSoverIP ist eine Technologie zur Übertragung von Geokoordinaten bewegter Objekte ins Internet. Es handelt sich um ein sehr schmales Protokoll, welches sogar in Gebieten übertragen werden kann, in dem die Bandbreite des GSM-Netzes für andere Übertragungswege nicht mehr ausreichend ist. Zwei Vorteile gegenüber herkömmlicher Fahrzeugortung müssen besonders hervorgehoben werden: Durch GPSoverIP können die Positionen in kurzen Intervallen übertragen werden, wodurch eine deutlich bessere Visualisierung der Fahrzeugbewegung ermöglicht wird. Hierbei spricht man von Live-Ortung. Der zweite entscheidende Vorteil: Durch GPSoverIP erzeugte Datensätze sind genauer, da kaum Datenabrisse entstehen sowie GPS-Übermittlungsfehler sofort am GD-GATE korrigiert werden. Auf der Grundlage dieser Datensätze lassen sich Analysen, Auswertungen oder Fahrtenbücher zuverlässig erstellen.
GPSoverIP ist das Telematik Protokoll mit dem Ihrer Flottensteuerung nichts mehr im Wege steht. Ob Übertragung des Digitalen Tacho, FMS Bus / CAN Bus, elektronisches Fahrtenbuch, von schlichter PKW Ortung bis zur Auftragssteuerung. Mit GPSoverIP bleiben keine Tracking Wünsche offen.
GPSoverIP im Vergleich mit TCP/IP
Zur drahtlosen Übertragung von GPS-Daten bewegter Objekte im Internet nutzen sehr viele Systeme noch immer das Transportprotokoll TCP/IP. Bei TCP/IP handelt es sich um ein universelles und voluminöses Transportprotokoll, welches für ein kabelgebundenes Internet entworfen wurde. Seine Aufgabe besteht in der generellen Übermittlung von Daten im kabelgebundenen Internet, wie beispielsweise Texte, Sound, Fotos, Videos etc. Für die Übertragung von GPS-Daten bewegter Objekte im mobilen Internet ist es jedoch nicht geeignet. Dies liegt zum Einen an der Größe seines Overheads, einem aufwändigen und datenintensiven Bestätigungsverfahren, dem Versand ungenutzter Ebenen (Identifikation, Flags, Type of Services, Version, variierende Gesamtlänge, Header Prüfsumme, Padding etc.), zum Anderen stellt aber auch die schwankende Bandbreitenqualität in den Netzen der Mobilfunkbetreiber eine große Hürde für das Transportprotokoll TCP/IP dar.

Bei GPSoverIP dem modernen Protokoll welches gezielt zur Datenübertragung im mobilen Internet entwickelt wurde, konnte den durch TCP/IP verursachten Problemen erfolgreich entgegengewirkt werden. GPSoverIP enthält keine ungenutzten Ebenen und ist inklusive GPS- und Userdaten (Längengrad, Breitengrad, Richtung, Höhe, Abgabezeit, Geschwindigkeit, Anzahl der Satelliten, Prüfsumme sowie Backup- und Userdaten) um ein Vielfaches kleiner als ein Standard TCP/IP-Paket ohne jegliche Daten. Dadurch arbeitet GPSoverIP selbst bei schwankender Bandbreitenqualität (=Feldstärke) im Gegensatz zu TCP/IP stabil. Zudem verzichtet GPSoverIP auf überladene Header und arbeitet mit einem eigenen Bestätigungsverfahren. Der für eine schnelle und sichere Übertragung verantwortliche optimale (=minimale) Header wird erreicht, wenn der GPS-Frame nur ein Paket benötigt. Dieses ist bei GPSoverIP der Fall.

Die offene Schnittstelle von GPSoverIP zur Entwicklung freier Software-Lösungen
Es gibt ein breites Anwenderspektrum für den Einsatz von GPSoverIP. Die Möglichkeiten, diese Geodaten in Software zu implementieren, sind dabei äußerst vielfältig. Das patentierte GPSoverIP Verfahren (Pat.Nr.: DE 10 2004 035 330 A1) steht durch die offene Schnittstelle allen Interessierten zur Verfügung. Die Stabilität und Aufrechterhaltung dieses internetbasierten Dienstes hat dabei Priorität. Der Zugriff auf das GPSoverIP-Gateway ist für Software-Entwickler frei. Grundsätzlich steht jedem die Einbindung der durch GPSoverIP erzeugten Geokoordinaten in eigene oder bestehende Softwarelösungen zur Verfügung.
Das Verfahren
Bei dem GPSoverIP-Protokoll handelt es sich um vereinheitlichte Verfahren und Regeln für den Austausch von Daten zwischen einer beliebigen Ortungs-Hardware und einer beliebigen GPS-Daten verarbeitenden Client Application.
In einem Computernetz werden den verschiedenen Hosts Dienste unterschiedlichster Art von anderen Teilnehmern im Netz bereitgestellt. Im TCP/IP nennt man so etwas Protokolle. GPSoverIP ist ein solches Client-Server-Protokoll: Es bieten den Dienst "Objekt-Lokalisierung".
Die dazu erforderliche Kommunikation ist nicht so trivial, wie es auf den ersten Blick scheint, denn es müssen eine Vielzahl von Aufgaben bewältigt und Anforderungen bezüglich Zuverlässigkeit, Sicherheit, Effizienz etc. erfüllt werden. Die Probleme, die dabei zu lösen sind, reichen von Fragen der elektronischen Übertragung der Signale über eine geregelte Reihenfolge in der Kommunikation bis hin zu abstrakteren Aufgaben, die sich innerhalb der kommunizierenden Anwendungen ergeben.
Ein GPSoverIP-System besteht immer aus einem Device mit integriertem Receiver und Transmitter für Geokoordinaten und User-Daten. Es sendet seine Daten über das proprietäre GPSoverIP-Protokoll an ein - nach dem FIFO-Prinzip arbeitenden - Gateway. Von dort aus stellt der Webdienst GPSoverIP diese Informationen über die API-Schnittstelle Echtzeit zur Abfrage für GIS-Anwendungen bereit.
Das GPSoverIP-Protokoll bewegt sich hierbei auf den OSI Schichten 3 und 4. Die OSI-Schichten 5 bis 7 stehen jedem Anwendungsentwickler mit einer definierten Schnittstelle zum GPSoverIP-Protokoll zur Verfügung.